Prepper Training

Wandern-auf-dem-Rennsteig_Foto-von-Frankenwald-Tourismus-A_-Hub

Viele Prepper packen immer munter ihren Bug Out Bag oder ihren Fluchtrucksack, sind damit aber noch nie einen Meter gelaufen. Warum das fatal sein kann und was man unbedingt beachten sollte werde ich euch in diesem Beitrag vor Augen führen.Als Prepper neigt man dazu sich immer mehr Tools und immer noch mehr Gegenstände anzuschaffen, obwohl diese nicht zwingend notwendig sind. Auch machen viele den Fehler sich zuerst einen Rucksack anzuschaffen und dann diesen zu füllen. Man sollte den Rucksack immer entsprechend der Füllung auswählen und nicht umgekehrt.

Im Netz findet man immer gerne eine Liste von den entsprechenden Tools, die unbedingt in einen Rucksack rein müssen oder die der jeweilige Prepper angeblich in seinem Rucksack hat. Oft frage ich mich aber, ob diese Person ihren Rucksack jemals auch getragen hat und zwar auf einer Tour! Ich gehe regelmäßig mit meinem Bug Out Bag auf Tour. Gerade jetzt an einem schönen Sommerabend bietet es sich doch an nach der Arbeit eine kleine Runde zu drehen. Ich wandere dann 2-3 Stunden durch den Schwarzwald und komme je nach Tour zwischen 10 und 15 km weit. Oftmals mit bis zu 400 m Auf- und Abstieg, da ich immer eine Rundtour mache. Der Bug Out Bag ist dann immer dabei. Ich weiß so wie schwer er ist und was er mit mir macht. Bei den ersten Touren war der Rucksack deutlich zu schwer. So sind einige Gegenstände rausgeflogen und Stahlbesteck wurde durch Titan ersetzt.

Ein Bug Out Bag ist kein INCH oder Fluchtrucksack! Er ist nur für eine begrenzte Anzahl von Tagen ausgelegt. Das heißt, dass viele Gegenstände meiner Meinung nach dort nichts drin verloren haben! Mein Bug Out Bag soll für 48 Stunden bzw. maximal 72 Stunden reichen. Danach muss ich einen sicheren Ort erreicht haben um mich nieder zu lassen. Ein INCH oder auch ein Fluchtrucksack kann und soll da auch weiter gehen. Der Unterschied zu einem solchen Rucksack besteht für mich darin, dass dort deutlich mehr Werkzeuge und Alternativen enthalten sind. Ein Bug Out Bag aber setzt auf möglichst wenig und kaum Alternativen!

Auch wichtig ist, dass möglichst nichts am Rucksack herumbaumeln sollte! Das spürt ihr bei jedem Schritt. Alles sollte fest am Rucksack befestigt sein.

Potentielle Gegenstände die ersetzt oder weggelassen werden können in einem Bug Out Bag sind meiner Meinung nach folgende:

  • Micropur Tablette: Nehmt einfach einen Sawyer Mini Filter mit. Mehr braucht ihr im Bug Out Bag nicht. Wasser habt ihr 2-3 Liter noch zusätzlich dabei. Für 72 Stunden sollte das normalerweise reichen. Wenn es Hochsommer mit Temperaturen über 30 Grad ist, dann könnt ihr mit dem Sawyer Mini im Notfall aus dem Bach oder Fluss trinken. Mehr ist unnötig!
  • Axt, Beil, Klappspaten, Machete, Sägen usw.: Es ist ein Bug Out Bag! Da reicht ein ordentliches Messer mit entsprechend großer Klinge. Damit könnt ihr einen Ast anspitzen und damit eine Feuergrube ausheben wenn ihr ein Feuer machen wollt. Bäume fällen lohnt sich erst, wenn ihr ein Lager errichten wollt, welches auf Dauer angelegt sein soll. Nur um irgendwo kurz zu nächtigen müsst ihr keine Hütten oder Unterstände bauen. Dafür habt ihr ein Tarp!
  • Zelte, Hängematten: Ihr braucht nur einen Schlafsack, eine Isomatte und ein Tarp. Mehr ist nicht nötig! Ihr seid auf der Flucht und wollt so schnell es geht an eurem sicheren Ort ankommen. Komfort ist zwar schön und gut, aber wiegt auch einiges und behindert euch nur. Wer möchte, der kann sogar auf die Isomatte verzichten. Ein zwei Nächte wird man auch auf dem Waldboden schlafen können oder auf der Wiese. Wer trotzdem nicht ganz auf ein Zelt verzichten möchte, der kann sich eventuell ein Notzelt aus Rettungsdeckenfolie mit einpacken. Ist recht klein vom Packmaß und wiegt kaum etwas.
  • Verschiedene Kocher und Kochutensilien: Eigentlich reicht ein Feuerzeug und ein Papiertaschentuch oder etwas Zunder aus der Natur. Damit lässt sich ein Feuer machen. Mit dem Messer kann man dann ein paar Äste anspitzen als Untergestell für den Metallbecher. Darin kann man Wasser erhitzen für Trekking Nahrung oder für Tütensuppen. Einen Teller, Töpfe oder ganze Kochsysteme wie eine Trangia oder Gaskocher sind nicht nötig. Wer kein Feuer machen will oder auch wetterunabhängig sein möchte, der kann sich einen M71 Notkocher holen oder aber einfach eine Dose Brennpaste für die Warmhalteboxen von Caterern und ein entsprechendes Topfkreuz (wahlweise aus Titan). Diese brennen bis zu 4 Stunden. Wärmen kann man sich daran dann nicht wirklich. In dem Fall sollte man auf jeden Fall ein Feuer machen.
  • Konserven, MRE: Wir sind immer noch bei einem Bug Out Bag! Da gehören für mich keine Konserven oder MRE (Fertiggerichte) rein. Stattdessen gehören für mich Müsliriegel (Fitnessriegel), Trockenfleisch und Pulversuppen in den Bug Out Bag. Die Riegel und das Trockenfleisch kann man unterwegs zu sich nehmen. Die Suppen kann man aus der Tasse ohne Besteck trinken. Bei einem Bug Out mit max. 72 Stunden, kann man auch gerne mal ein paar Kalorien zu wenig zu sich nehmen. Wenn man es genau nimmt, bräuchte der Körper nicht mal etwas zu essen. Ein durchschnittlicher Müsliriegel hat etwa 100 Kalorien. Isst man davon zwei Stück, dann ist das wie ein Hamburger bei McDonalds. Wer ein paar Kalorien mehr haben will, der kann Notrationen einstecken. Schmecken zwar nicht lecker, sind aber dafür Kalorienbomben und nehmen kaum Platz weg. Ansonsten Augen offen halten und in der Natur Essen sammeln. Es gibt überall kleine Gemüsefelder zwischen den Getreidefeldern!
  • Hygieneartikel, Handtücher, Wechselkleidung usw.: Alles nice to have, aber bei einem Bug Out nur unnötiges Gewicht! Wir gehen von einer begrenzten Zeit von max. 72 Stunden aus. Danach sind wir an einem Ort, an dem wir sicher sind und auch alles vorhanden ist. Spätestens dort können wir dann duschen, Zähneputzen und andere Kleidung anziehen. Wer nicht ganz auf Hygiene verzichten will, der sollte mindestens eine Zahnbürste und Zahnpasta mitnehmen.

Ganz wichtig ist auch, dass der Rucksack nicht zu 100% gefüllt sein sollte. Wenn ihr unterwegs Nahrung findet oder Zunder, Brennholz was auch immer, dann habt ihr keinen Platz es mitzunehmen, wenn der Rucksack voll ist. Damit man etwas kompakter packen kann und so auch Platz sparen kann, empfehle ich einen Drybag!

Das waren nur einige Vorschläge für die Optimierung des Bug Out Bags. Ihr solltet meiner Erfahrung nach unter einem Gewicht von 10-12 kg bleiben. Alles darüber wird zu schwer für euch. Es sei denn ihr trainiert regelmäßig und wandert größere Strecken mit dem Rucksack. Dann könnt ihr eventuell auch etwas mehr mitnehmen. Aber erst wenn ihr mal 72 Stunden unterwegs gewesen seid mit einem 12 kg Rucksack, dann könnt ihr auch wissen, was ihr benötigt. Ich habe alles, was ich in meinem Versuchs-Bug Out nicht gebraucht habe rausgeschmissen! Da war ich rigoros!

Je nach Jahreszeit variiert der Inhalt meines Bug Out Bags. Im Winter ist definitiv eine Isomatte dabei und auch ein dickerer Schlafsack. Für einen Winter Bug Out Bag werde ich aber wenn es Winter wird einen extra Artikel verfassen.

 

Kommentare sind geschlossen.

WordPress.com.

Nach oben ↑