Richtige Lagerhaltung

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Immer wieder stoße ich auf Prepper Seiten oder Prepper Foren auf Tipps für die perfekte Lagerhaltung. Man sieht dort dann immer wieder die selben Vorschläge, was man so alles in seinem Vorratslager haben sollte. Ganz vorne dabei ist immer die „Monatstonne“ (oft auch eine Kiste, da diese besser zu lagern sind). In diversen Krisenvorsorgeshops findet man immer wieder Komplettpakete, die Notrationen, Dosenbrot, Dosenfleisch, Panzerplatten (Hartkekse), Milchpulver und Volleipulver enthalten. Doch braucht man das wirklich? Ist das nicht sau teuer?

Ich habe für mein Vorratslager ein komplett anderes System überlegt. Mein Lager wurde nach meinen persönlichen Präferenzen aufgefüllt. In der Krise wird es mir für gut 2 Monate an nichts mangeln. Ich werde meinen Speiseplan nur geringfügig verändern müssen, denn ich habe alles wie bisher auch. Nach 2 Monaten werden dann die ersten Lebensmittel schlecht und ich werde Abstriche machen müssen.

Wie bin ich aber auf das für mich perfekte Lager gekommen? Was hab ich denn alles gelagert und warum sind diese Dauerwaren nicht wirklich das Gelbe vom Ei? Genau darauf möchte ich heute eingehen.

Zunächst muss jeder für sich selbst herausfinden, was er im Lager haben möchte. Dafür sollte man zunächst seinen Speiseplan anschauen. Am besten schreibt man sich für einen Zeitraum von etwa 2-3 Monaten auf, was man täglich an Getränken und an Essen zu sich nimmt. Wirklich alles! Auch Süßigkeiten und alkoholische Getränke. Das macht zunächst viel Arbeit, wird sich aber lohnen. Wichtig ist, dass man sich alle Zutaten für die Speisen aufschreibt. Zum Beispiel: Spaghetti mit Tomatensoße; Spaghetti, Salz, Wasser, passierte Tomaten, Pfeffer, Salz, Oregano, Basilikum, Paprika und Parmesan. Hierfür legt man sich am besten eine Excel Tabelle an. Dadurch lassen sich später die einzelnen Komponenten besser filtern.

Wenn man dann die Liste fertig hat, geht es darum, alle einzelnen Zutaten/Komponenten aufzulisten. Man bekommt dann quasi einen Einkaufzettel mit den Zutaten, die man in dem Zeitraum benötig.

Wer sich die Mühe macht und auch noch notiert wie viel er von was für eine Mahlzeit benötigt hat, weiß dann auch schon welche Menge er von welcher Zutat im betrachteten Zeitraum konsumiert hat. Die vereinfacht natürlich die Erstellung der Einkaufsliste enorm, denn wir haben dann schon die benötigten Mengen. Bei den Mengen immer auf volle Packungen aufrunden!

Vermutlich werden auf dem Einkaufzettel nun einige Artikel sein, die wir so nicht auf lange Zeit lagern können. Beispielsweise frisches Obst/Gemüse, Fleisch, Fisch, Frischmilch, Brot oder Eier. Bevor wir jetzt einkaufen gehen, sollten wir alle die leicht oder schnell verderblichen Zutaten durch Alternativen ersetzen, die länger haltbar sind.

Obst und Gemüse können wir z.B. in Dosen oder Gläser kaufen. Da gibt es in einem gut sortierten Supermarkt so einiges. Bei Obst kann man auch auf gedörrtes Obst umsteigen. Wer Geld sparen möchte, der kann das Obst oder Gemüse auch selbst einwecken oder dörren.

Fisch und Fleisch kann man oft auch schon in Dosen oder Gläser kaufen. Wurst gibt es in fast allen Variationen in Dosen oder Gläser. Bei Fisch wird das schon schwerer. Thunfisch, Hering oder Sardinen sind leicht zu finden. Danach sieht es dann aber schlecht aus. Die Würstchen aus den Gläsern kennt wohl jeder. Sind recht lange haltbar und geschmacklich auch in Ordnung. Zudem bringen die Würstchen das Wasser zum Kochen schon mit. Fleisch gibt es auch in Dosen. Beispielsweise als Pulled Pork oder auch als Gulasch. Einfach mal die Konservenabteilung genauer anschauen.

Frischmilch oder Sahne kann man sehr leicht durch H-Milch oder H-Sahne ersetzen. Diese haben eine Haltbarkeit von etwa zwei Monaten. Können aber auch gut noch 2-3 Wochen länger konsumiert werden. Für den Zeitraum über 2 Monate sollte man dann Milchpulver einlagern.

Als Frischbrotersatz bietet es sich an Brot in Dosen zu kaufen. Diese muss man nicht teuer im Internet bei einem Krisenvorsorgeshop bestellen. Dosenbrot gibt es z.B. bei Aldi im Sortiment. Oft sogar im Angebot. Einfach die Augen offen halten.

Eier halten nicht wirklich lange. Eine Alternative ist da eben nur das Volleipulver. Lasst bitte die Finger von Eiweißpulver! Dieses enthält zwar mehr Protein, dafür aber weniger Fette, Vitamine und Mineralien. Wer mag, der kann das Eipulver auch selbst herstellen. Entsprechende Anleitungen sind im Netz zu finden.

Nun haben wir uns alle Alternativen überlegt und auch hoffentlich auf unserer Liste ergänzt. Jetzt geht es ans Einkaufen! Kleiner Tipp am Rande: Dosen/Konserven sollte man von Oktober bis April/Mai kaufen. Durch die kühlen Temperaturen ist der Inhalt länger haltbar. Im Sommer brutzeln die Dosen im LKW in der Sonne. Das tut dem Inhalt nicht wirklich gut. Bitte beim Kauf auch auf Beschädigungen bei den Konserven achten. Gewölbte Deckel, gebrochene Siegel, Dellen in der Dose… all das führt dazu, dass der Inhalt unter Umständen das MHD nicht erreicht und vorher schlecht wird.

Alle gekauften Artikel sollte man sich dann natürlich wieder irgendwo auf einer Liste notieren. Am Besten mit Anzahl, Mindestbestand, MHD und Kalorien pro 100 g. Warum die Kalorien? Naja, ich finde es immer wieder interessant und spannend auszuwerten, wie viele Kalorien ich doch tatsächlich benötige und nicht nur wie viel ich rein rechnerisch zu mir nehmen müsste. Das ist ein häufiger Fehler bei den Preppern, dass sie nur Kalorien einlagern und nicht darauf achten, was sie einlagern.

Das Lager ist nun eingerichtet. Jetzt können wir unser Lager in den Alltag integrieren und all das, was wir bisher auch gegessen haben aus dem Lager beziehen. So entsteht eine natürliche Rotation. Jeder Artikel der entnommen wird, wird aus der Liste ausgetragen. Vor jedem Einkauf holen wir uns eine aktuelle Auswertung unserer Bestände und kaufen alles nach, was unter dem Mindestbestand ist. Die neu gekauften Artikel kommen dann ganz hinten ins Regal. Wenn wir einen Artikel entnehmen, dann immer den, der als erstes abläuft bzw. der vorne im Regal steht.

Wenn du all diese Schritte befolgst, dann hast du ein solides und gutes Lager bei dir zuhause aufgebaut. Wer nun möchte, der kann auch noch Hygieneartikel, Medizin, Putzmittel, Feuerzeuge, Kerzen, Batterien und viele weitere Verbrauchsgüter in sein Lager integrieren. Immer nach dem selben Prinzip.

Kommen wir aber wieder zurück zu den Notrationen und Dauerwaren. Auch ich habe diese in meinem Lager und habe diese ebenfalls schön in Listen geführt. Der Grund warum ich mich für diese entschieden habe ist folgender: Sollte eine Krise länger dauern als sagen wir mal 2 Monate, dann wären meine normalen Vorräte so gut wie aufgebraucht. Als Notfallbackup habe ich dann noch Hartkekse, NRG-5, BP-WR, Milchpulver und Co. Damit könnte ich dann nochmal einen Monat auskommen. Nur wäre das dann ein harter Monat. Wer ist schon gerne täglich diese Sägemehlbriketts? Aber genau deshalb hab ich mein Lager so organisiert, dass ich die meisten Krisen eben in Luxus überstehen kann.

 

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