„Prepper sind doch Spinner!“

Girl taping her forehead

Sätze wie „Prepper sind doch Spinner!“, „Jaja… bereite du dich nur für die Zombieapokalypse vor!“, „Wenn man sonst nichts zu tun hat, dann verschwendet man sein Geld halt mit preppen.“, „Du glaubst doch auch jede Verschwörungstheorie!“ oder „Wenn etwas passiert, dann hilft mir schon der Staat! Dafür ist er da.“ hört man als Prepper oft. Doch warum? Und wie sollte man darauf reagieren?

Neulich habe ich einem sehr guten Freund von mir erzählt, dass ich mich auf verschiedene Szenarien vorbereite. Ich habe das ihm gegenüber für mehrere Jahre geheim gehalten. Doch dann kamen wir bei ein paar Bier auf das Thema. Ich bekam sofort den Spinner Stempel aufgedrückt. „Ich solle mir wegen einem Blackout oder Chemieunfall keine Sorgen machen. Der Staat ist ja da und hilft uns!“. Er hat selbst keine Vorräte. Warum auch? Ist ja alles Geldverschwendung. Man kann ja bis auf Sonn- und Feiertage jeden Tag von 8 bis 22 Uhr in den Discountern oder Supermärkten Lebensmittel und die Dinge des täglichen Bedarfs kaufen. Wenn es zur Katastrophe oder Krise kommt, dann wird der Staat uns versorgen und in Lager aufnehmen. Da braucht man keine Bug Out Location und keinen Fluchtplan. Das macht der Staat für einen. Abgeschlossen hatte er das Gespräch mit den Worten: „Ja dann prepp du nur weiter für die Zombieapokalypse!“.

Wie reagiert man nun auf so jemanden? Was soll man jetzt machen? Ich für meinen Teil hatte mit einer anderen Reaktion gerechnet. Aber gut. Jetzt ist es so. Gegenüber dieser Person werde ich nun meine Pläne und Vorsorge nicht mehr erwähnen. Es gibt Menschen, denen kann man nicht erklären warum man preppt. Die werden es nie verstehen. Ich werde nun ein paar typische Phrasen aufgreifen und erklären, warum diese einfach falsch sind!
„Der Staat wird seinen Bürgern schon helfen!“

Grundsätzlich wird der Staat dies auch tun. Dennoch finden sich extrem viele Feuerwehrleute, Polizisten, Soldaten und andere Staatsdiener in der Prepperszene. Wissen die etwas, was geheim gehalten wird? Naja, je nach schwere des Ereignisses, kann es gut ein paar Tage oder Wochen dauern, bis eine vernünftige Infrastruktur zur Hilfe der Zivilbevölkerung aufgebaut würde. Gerade der Katastrophenschutz ist in Deutschland sehr dezentral organisiert. Das bedeutet, dass nicht jede Feuerwehr Abteilung oder THW Gruppe alles hat um bei jeder Krise helfen zu können. Auch beim DRK hat jede Gruppe verschiedene Ausrüstungen für verschiedene Szenarien. Beispielsweise ist mein DRK Ortverband für den Aufbau von Zelten und Betten zuständig. Deshalb haben wir nur Zelte und Feldbetten für den Katastrophenfall. Ein anderer Ortsverband im Landkreis hat z.B. eine mobile Küche, Stromgeneratoren oder einen mobilen OP Saal. Nur in Zusammenarbeit kann dann ein Auffanglager oder Feldkrankenhaus aufgebaut werden. Dies wird regelmäßig bei Katschutz Übungen simuliert. Selbiges gilt auf für die Feuerwehr oder das THW. Unser nächstes THW hier ist z.B. für die Beseitigung von Trümmern ausgerüstet. Die Feuerwehren hier sind für z.B. Hochwasser ausgerüstet, da wir hier viele Täler mit Flüssen und Bächen haben. So hat die nächst größere Feuerwehr hier ein Schlauchboot und gefüllte Sandsäcke auf Lager.

Ihr seht also, dass es schwierig ist die nötige Hilfe schnell zu bekommen. Manchmal müssen Kräfte aus ganz Deutschland mobilisiert werden um bei einem lokalen Ereignis helfen zu können. Das kann ein paar Tage dauern und deshalb ist es wichtig, dass man für zumindest ein paar Tage Vorräte zuhause hat.
„Ihr Prepper mit euren Verschwörungstheorien!“

Ja, es gibt Prepper, die womöglich an die ein oder andere Verschwörungstheorie glauben. Doch ist das so schlimm? Es geht darum, dass man sich auf mögliche Szenarien vorbereitet. Wenn man also der Meinung ist, dass Reptiloiden einen Krieg anzetteln wollen um die Menschen zu unterwerfen, dann ist das doch ok. Dann preppt man eben für einen Krieg. Das schadet doch niemanden!

Letztlich gilt das auch für die Zombieapokalypse. Wer meint, dass dies realistisch ist, der soll doch ruhig dafür preppen!
„Preppen ist rausgeworfenes Geld!“

Preppen ist nicht billig. Man schafft sich eine Ausrüstung an, von der man im besten Fall niemals Gebrauch machen wird. Aber mal eine andere Frage. Warum habt ihr eine Versicherung? Z.B. eine Hausratversicherung oder eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung? Genau! Für den Fall, dass etwas passiert! Werdet ihr diese Versicherungen mal realistisch betrachtet irgendwann einmal in Anspruch nehmen? Wohl eher kaum oder nur sehr selten! So ist es auch beim Preppen. Ich kaufe mir Vorräte und Tools, damit ich diese habe, wenn etwas passiert. Preppen ist eine Art Versicherung für ein Ereignis, welches eventuell irgendwann eintreffen könnte. Besser haben und nicht brauchen, als nicht haben und brauchen.
„Prepper sind Spinner!“

Seit ich mich mit dem Thema Vorsorge und Preppen beschäftige, habe ich noch keinen Spinner gefunden. Prepper sind eher rational denkende und pessimistische Menschen, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen und sich dann auf Szenarien vorbereiten. Die individuelle Unabhängigkeit und das Gefühl der Sicherheit ist den Preppern wichtig. Und das erreicht man nur, wenn man sich selbst auf eventuelle Ereignisse vorbereitet und sich nicht darauf verlässt, dass einem andere schon helfen werden. Wenn nämlich jeder so denken würde, dann wären wir verloren!

Jeder geht immer davon aus, dass die Feuerwehr kommt, wenn man 112 anruft. Keiner sieht aber eine Notwendigkeit sich aktiv bei der Feuerwehr einzubringen.

Es kommen in letzter Zeit immer wieder Themen in Zusammenhang mit Preppern auf. Manchmal wird von einer Szene berichtet, die rechtsextreme Tendenzen hat oder gar Politiker töten möchte. Auch werden Reichsbürger gerne in Zusammenhang mit Preppern erwähnt. Mir persönlich sind bisher noch nicht diese Gestalten untergekommen. Wenn, dann haben sich diese nicht nach außen zu erkennen gegeben. Prepper sind die netten Menschen von nebenan. Familienväter, Verwaltungsbeamte, Polizisten, Feuerwehrleute oder auch Handwerker. Quer durch alle Schichten der Gesellschaft. Den einen Prepper Typ gibt es nicht. Auch meine Oma ist ein Prepper. Sie geht einmal in der Woche einkaufen und hat immer Keller immer Vorräte. Sie kann locker 14 Tage mit den Dingen im Keller überleben. In der Küche hat sie noch einen alten Herd, welcher mit Holz befeuert werden kann. Aber ist sie deshalb ein Spinner?
TLDR

Prepper sind Menschen die sich nicht auf die Hilfe von anderen verlassen wollen. Sie wollen vorbereitet sein und sehen die Krisenvorsorge als eine Art Versicherung an. Die meisten Prepper sind auch keine Spinner und bereiten sich auf realistische Szenarien vor.

 

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