Kommunikation in der Krise

funkgerät

Irgendwann kommt man beim Preppen auch zu dem Punkt Kommunikation. Doch ich bin mir recht sicher, dass viele gar nicht wissen, dass sie das Thema komplett falsch angehen.

Grundsätzlich liest man immer wieder, dass Mobiltelefone, Internet und normale Telefone ausfallen werden und man dann nur noch über Funk kommunizieren kann. Alle beschaffen sich dann zumindest ein CB Funkgerät, da dieses eben legal in Deutschland betrieben werden darf ohne eine entsprechende Lizenz besitzen zu müssen. Damit haben dann fast alle genug in dem Bereich gepreppt und sind zufrieden. Doch reicht das? Ist das sinnvoll?

Lange habe ich das auch gedacht. Ich habe mir eine CB Funke und eine Wurfantenne besorgt und dann festgestellt, dass ich nie irgendeinen Kontakt habe. Ab und zu höre ich irgendwelche Italiener, aber das war’s dann auch schon. Nicht mal einen LKW-Fahrer hatte ich bisher. Deshalb dachte ich, dass meine Funke kaputt ist! Also bin ich zum Amateurfunkclub hier im Ort gefahren und hab meine Funke checken lassen. Alles in Ordnung! Ich wurde aber darauf hingewiesen, dass CB-Funk quasi tot ist.

Dies brachte mich zu dem Punkt, dass ich mir ein zweites CB Gerät angeschafft habe und eine Basisstation für CB-Funk. Der Hintergrund ist der, dass ich von zuhause aus mit Leuten aus meiner Gruppe, die im Feld unterwegs sind, kommunizieren kann. CB hat eine relativ geringe Reichweite bei den Handgeräten von 5-10 km, aber deutlich größer als die von Betriebsfunk (PMR). Mit einer Basisstation/Heimstation kann man je nach Lage bis zu 20-30 km erreichen. Dies bietet sich an um die Gruppen im Feld zu koordinieren. Ein Beispiel: eine Gruppe fährt 5 km in den Norden und eine 5 km in den Süden. Dann sind die Gruppen 10 km auseinander. Je nach Gelände verlieren dann beide Gruppen den Kontakt. Hier kann dann die Basisstation zwischen beiden Gruppen vermitteln und die Informationen weitergeben. Einen anderen Nutzen von CB-Funk habe ich bisher nicht erkennen können. (Gutes CB Anfängergerät: https://amzn.to/3wfBTB7 )

Wer wirklich auf Funk setzen möchte kommt nicht an einer Amateurfunklizenz vorbei. Dann kann man auch große Anlagen betreiben und hat dann ganz andere Reichweiten.

Doch man braucht eigentlich in 99% der realistischen Szenarien keinen Funk! Nur wenn die Katastrophe länger als eine Woche dauert macht Funk Sinn. Davor kann man meist alle anderen Kommunikationsmittel ohne großen Einschränkungen nutzen.

Hier mal ein paar Kennzahlen, ab wann welche Infrastruktur bei der Kommunikation bei einem Stromausfall ausfällt:

kritischer FaktorUSVNSVZeit bis AusfallAnmerkung
Festnetz analogJaJamehrere TageStromversorgung über Vermittlungsstelle
Festnetz ISDNNeinNeinsofort
Festnetz VermittlungsstelleJaJamehrere Tage
Festnetz TelefonNeinNeinSofortalte Geräte ohne Stromversorgung oder mit Akku bleiben funktionsfähig
Mobilfunk HandyJaNeinje nach Ladezustand
Mobilfunk BasisstationTeilweiseNein2heventuell Überlastung/Ausfall durch Teilnehmer
Mobilfunk MSCJaJa4 TageMobile Switching Center: Vermittlungsstelle
Internet RouterNeinNeinsofort
Internet RechnerNeinNeinsofort
Internet ProviderJaJa1 Woche
SatellitentelefonJaNeinje nach LadezustandZu Mobilfunk und Satellitentelefon eines anderen Anbieters terrestrische Schnittstelle und damit abhängig von deren Stromversorgung
AnalogfunkJateilweise4-8hStromversorgung der Relaisstationen variiert
DigitalfunkJaNein2hNotstromversorgung der Basisstationen möglich (oft zusammen mit Mobilfunkbasisstationen)

Man sieht hier einige Schwachstellen, die man selbst ausmerzen kann. Beispielsweise das Telefon. Wenn ich mein Telefon mit Strom durch eines ohne Strom ersetze, kann ich mehrere Tage noch ganz normal telefonieren.

Mein Handy wird zwar nach 24h Stunden frühestens nicht mehr mit mobilen Daten funktionieren, aber es ist recht sparsam was den Stromverbrauch angeht. Mit entsprechenden Powerbanks kann man hier recht lange das Handy am Leben halten. WLAN ist, wenn man seinen Router mit Strom versorgen kann sogar bis zu einer Woche mögliche, da die Provider das Internet solange durch NSV versorgen können. Heißt also, dass Messengerdienste usw. weiterhin benutzt werden können. Auch Telefonate über das Internet sind weiter möglich. Vorausgesetzt die angerufene Person hat seinen Router mit Strom versorgt.

Wenn man sich für zuhause eine entsprechende Notstromversorgung aufbaut, dann kann man trotz Stromausfall weiterhin das Internet nutzen und auch andere Menschen per Telefon erreichen. Nicht unendlich lange, aber man ist nicht direkt von heute auf Morgen von jeglicher Kommunikation und Information abgeschnitten. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, dass deutschlandweit, europaweit oder sogar weltweit zeitgleich überall der Strom ausfällt. Stromausfälle bzw. Netzausfälle sind eigentlich fast immer ein regionales Ereignis. Somit werden die überregionalen Medien und auch die ausländischen Medien weiter ihre Nachrichten senden, auch wenn es hier in der Region einen Stromausfall über längere Zeit gibt.

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